Kenny Davern (* 7. Januar 1935 in Huntington, Long Island, New York; † 12. Dezember 2006 in Sandia Park in New Mexico) war ein US-amerikanischer Jazz-Klarinettist und Saxophonist (Sopran u.a.) des Dixieland Jazz und Swing.
Davern kam aus einem zerrütteten Elternhaus und lebte in neun Pflegefamilien, bis er bei seiner Großmutter in Queens aufwuchs, die eine litauische Jüdin war, während sein Vater irisch-katholisch war. Er begann sich für Jazz zu interessieren, nachdem er Swing-Musiker wie
Artie Shaw hörte, von prägendem Einfluss war dann aber die Dixieland-Jazzmusik eines
Pee Wee Russell, den er auch in
Eddie Condons New Yorker Club hörte. Davern nahm klassischen Klarinettenunterricht bei David Weber vom Orchester des
New York City Ballet. 1951 spielte er in Gigs mit
Red Allen und ging 1953 mit der
Big Band des Pianisten
Ralph Flanagan auf Tour. 1954 trat er der Band von
Jack Teagarden bei. Als diese in Kalifornien touren wollten, die Musikergewerkschaft dafür aber einen halbjährigen Aufenthalt verlangte, wechselte er 1955 zu den „Memphis Five“ von
Phil Napoleon. Mit ihnen spielte er im Nick´s in Greenwich Village in New York, und außerdem mit
Pee Wee Erwin und seiner eigenen Band „Washington Squares“. 1961 spielte er mit der Band von
Ted Lewis im
Roseland Ballroom und 1962/3 mit den „Dukes of Dixieland“ (mit denen er u.a. ein Gospel Album mit den
Clara Ward Singers aufnahm). Ende der 1960er Jahre spielte er viel gemeinsam in einer Band mit dem Pianisten
Dick Wellstood im „The Ferry Boat“ in Brielle, New Jersey (was ihm so gut gefiel, das er ein Angebot ausschlug, bei den „Louis Armstrong All Stars“ mitzuspielen). Bekannt wurde er in den 1970er Jahren mit der Band „Soprano Summit“, die er mit
Bob Wilber leitete – beide begegneten sich zuerst auf einer von Dick Gibsons „Colorado Jazz Parties“. Nach der Auflösung der Band 1979 wandte er sich vornehmlich der Klarinette zu. Er spielte auf Festivals (wie dem Newport Jazz Festival, dem von Nizza, Edinburgh und dem North Sea Jazz Festival), auf Jazzpartys und mit der „New York Jazz Repertory Company“ unter
Dick Hyman. 1991 kam es mit Wilber zu einer „Summit Reunion“. In den 2000er Jahren nahm er einige Alben auf Arbors auf,an denen u.a.
Ken Peplowski und Tony DeNicola mitwirkten.
1978 nahm er mit
Steve Lacy (den er noch aus der Dixieland Szene der 1950er kannte),
Paul Motian und
Steve Swallow das Free Jazz-Album „Unexpected“ auf.
2001 wurde er Ehrendoktor des
Hamilton College in Clinton in New York. Er starb an einem Herzanfall in seinem Haus in New Mexico.